Hospitality Peaks 2019 – spannende Themen rund um den Pachtvertrag

Datum: 26. März 2019

Autor: Vivien Heitjan

Zum 3.ten mal richteten die Hotelberatungsgesellschaft Horwath HTL Deutschland und die  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG  die Veranstaltungsreihe „Hospitality Peaks“ aus. Das diesjährige Thema lautete: „Richtig raus aus dem Pachtvertrag“ und wurde im Radisson Blu Hotel in Berlin ausgerichtet.

Auch in diesem Jahr bestand das Publikum wieder aus einigen der führenden Vertretern von Hotelinvestoren- und Hotelbetreibergesellschaften, Family Offices und Finanzinstituten. Die Gastgeber Albrecht Richard und Olaf Steinhage begrüßten das Fachpublikum und leiten das Thema des Abends ein. „Der richtige Umgang mit auslaufenden Pachtverträgen nach 20, 25 oder gar 30 jähriger Laufzeit wird bei unseren Mandaten vermehrt nachgefragt. Wir wollen mit der Hospitality Peaks Antworten liefern, damit alle Parteien diese Phase strukturiert und verhandlungssicher meistern.“ so Albrecht Richard (Head of Hospitality Warth & Klein Grant Thornton AG). „Erstmalig haben wir zusammen mit unserem Partner STG Global, anhand von Hoteldatenbanken und den Betriebszeiten von ca. 1.100 Hotel in Deutschlands eruiert, welche Hotelbetriebe 20 Jahre und länger am Markt sind. Interessanterweise lassen sich somit sehr gut Tendenzen ableiten, an welchen Standorten in den nächsten Jahren auslaufende Pachtverträge zu erwarten sind.“ ergänzt Olaf Steinhage (Managing Partner Horwath HTL).

Die Keynote des Abends hielt Christian Strieder (STR Global) über die Hotelmarktentwicklung und die wesentlichen Performance KPI`s. Er leitete weltweite und europäische Entwicklungen für den Hotelmarkt in Deutschland ab und verwies generell auf einen sicheren Hotelmarkt, der nicht von großer Volatilität geprägt ist – daher allerdings als stabil einzustufen ist. In Zusammenarbeit mit Horwath HTL analysierte STR Global erstmalig die deutschen Hotelbetriebe anhand der Vertragslaufzeiten seit der jeweiligen Hoteleröffnung. Von ca. 1.000 Hotels in den Datenbanken haben bundesweit ca. 239 Hotels Betriebszeiten von 20-30 Jahren, davon entfallen alleine 31% auf die Top 7 Städte; somit ist zukünftig abseits der Metropolen ein Großteil der Pächterwechsel bei Hotelimmobilien zu erwarten.

Auf Grundlage dessen ging es mit spannenden Impulsvorträgen weiter:

Nils Neuwerth, Rechtsanwalt bei dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Warth & Klein Grant Thornton AG referierte über das richtige Know-how zu Vertragsbeziehungen beim Pächterwechsel und ist vor allem auf die juristischen Details bei der Beendigung von Hotelpachtverträgen eingegangen: 1.) Planmäßiges oder vorzeitiges Ende des Pachtvertrages 2.) Rechtsfolge der Beendigung des Pachtvertrages 3.) Anschlussverpachtung und Möglichkeiten zur Führung des Betriebes. Zusammenfassend stellte Nils Neuwerth fest, dass eine Beendigung des Pachtvertrages möglichst frühzeitig und umfassend vorbereitet werden sollte. Durch rechtliche Pflichten und gesetzlich festgeschrieben Pflichten bedarf es hierbei einer Vorbereitungszeit von mindestens 9-12 Monaten.

Anschließend berichtete Lisa Neubüser von der Hotelbetreibergesellschaft Cycas Hospitality ausführlich über die Prozesse bei Hotelübernahmen und Rebrandings, die von dieser Gesellschaft u.a. bei dem Element Hotel Frankfurt in nur wenigen Wochen erfolgreich umgesetzt wurden. Cycas Hospitality zeichnet sich vor allem durch die Expertise in den Bereichen Hotelbetrieb, Immobilienentwicklung und Vermögensverwaltung aus. Sie bieten Unterstützung bei Produktimplementierungen sowie Repositionierung- und Rebranding Prozesse während des laufenden Betriebes.

Als Vertreter von einer der größten internationalen Hotelmarken, IHG Intercontinental Hotel Group, präsentierte Caspar Kraushaar interessante Details über das Vertragsverhältnis der Hotelmarke mit den Eigentümergesellschaften, die IHG im Form eines „Comfort Letter“ mit den Gesellschaften abstimmt. Als Franchisegeber liefert IHG den Betreibern/Franchisenehmern Mehrwerte in der Zusammenarbeit mit Rahmenvertragspartnern, Standortanalysen, operativer Unterstützung (Sales, Revenue etc.) sowie die Transparenz und die Verbindung zwischen Betreiber, Markengeber und Eigentümer.

Zu guter Letzt berichtete Constantin Hoss von Art-Invest Real Estate über die Möglichkeiten im Turnaround-Management für Eigentümer. Mit mittlerweile über 25 Hotels in Deutschland, Österreich und Italien umfasst die Art-Invest Geschäftsbereiche: Entwicklung, Investment, Betrieb. Am Beispiel des Hotel Le Méridien Frankfurt revitalisierte die Art-Invest die Immobilie mit einer umfangreichen Neuausrichtung in einen marktgerechten und langfristigen Pachtvertrag mit dem Betreiber. Durch die Renovierung und Optimierung der öffentlichen Bereiche konnte eine deutliche Wertsteigerung der Immobilie im Exit erzielt werden.

Anschließend hatte auch das Publikum die Gelegenheit in einer Paneldiskussion unter der Moderation von Olaf Steinhage mit allen Referenten noch themenspezifische Fragen zu stellen und gemeinsam zu diskutieren. Der Abend schloss im Radisson Blu Hotel nach weiterem Netzwerken der Gäste auf der Eventetage. Auch im nächsten Jahr veranstalten Horwath HTL und Warth & Klein Grant Thornton AG wieder eine Hotelveranstaltung für einen ausgewählten Teilnehmer- und Mandantenkreis.